Warum der Zwischenraum oft der anspruchsvollste Teil unseres Handelns ist
Wir kontrollieren nicht, was uns begegnet.
Aber wir gestalten, wie wir darauf antworten.
In den letzten Wochen habe ich gemerkt, wie anspruchsvoll dieser Satz ist.
Der Zwischenraum zwischen Reiz und Reaktion ist kein idyllischer Ort.
Er ist herausfordernd.
Er verlangt, nicht sofort zu reagieren.
Nicht sofort zu erklären.
Nicht sofort zu verteidigen.
Er verlangt, die eigene Verletzlichkeit wahrzunehmen, ohne sie zu dramatisieren.
Er verlangt, Spannungen auszuhalten, ohne sie sofort aufzulösen.
Ich mag kein Drama.
Es verbraucht Energie, ohne Klarheit zu schaffen.
Der Zwischenraum dagegen kostet ebenfalls Kraft –
aber er schafft Struktur. Dort entsteht die Möglichkeit,
nicht reflexhaft zu handeln, sondern bewusst.
Wir wählen nicht, was uns begegnet.
Aber wir wählen, wie wir es beantworten.
Manchmal ist genau dieser Zwischenraum
die eigentliche Arbeit.
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