Das grosse Nicken

Veröffentlicht am 3. November 2026 um 22:55

Wenn aus Zustimmung keine Handlung entsteht

Im Meeting wird ein Problem besprochen.
Alle sind sich einig, dass Handlungsbedarf besteht.

Ein paar Vorschläge werden gemacht.
Man nickt. Jemand sagt: „Da müssen wir dranbleiben.“

Dann geht es weiter zum nächsten Punkt.
Es wurde besprochen.
Aber geklärt ist noch nichts.

Die Erleichterung ist organisiert, die Frage bleibt offen. Und der Alltag dreht sich weiter wie gehabt.
Was hier ungeklärt bleibt, taucht an der nächsten Stelle wieder auf. Wenn Zustimmung Klärung ersetzt, bleibt offen, wer was tatsächlich tut. Der Frust wächst. Vom Nicken zum Handeln braucht es eine Auseinandersetzung mit dem, was hinter der scheinbaren Einigkeit liegt.

Wozu haben wir eigentlich zugestimmt?
Dass ein Problem besteht?
Dass der Vorschlag sinnvoll ist?
Oder waren wir vor allem erleichtert, dass sich nun jemand darum kümmert?

Welche Bedenken blieben unausgesprochen? Und was macht es bei uns schwierig, sie zur Sprache zu bringen?

So werden unterschiedliche Sichtweisen, Erwartungen und Widersprüche greifbar. Es wird deutlicher, worüber tatsächlich Einigkeit besteht und was noch Klärung braucht. Darauf lässt sich aufbauen: Was bedeutet das für unsere Zusammenarbeit? Wo liegen unsere Handlungsspielräume? Und woran wollen wir unser weiteres Handeln ausrichten?

 

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